Gemeindehilfsfonds

es reichen sich zwei Menschen die Hände

Mithilfe des Gemeindehilfsfonds können arme Menschen in Schwabach schnell und unbürokratisch unterstützt werden.

Wie so eine Hilfe aussehen kann, berichtet Frau Biemann-Hubert von der KASA (Diakonie-Schwabach-Roth) aus eigener Erfahrung an einem Beispiel:

„Herr X ist seit Ende 2015 bei mir in der KASA in Beratung. Ich erinnere mich gut an unsere erste Begegnung, als ein großer, muskulöser, auf andere eher einschüchternd wirkender Mann mittleren Alters in meinem Büro saß. Herr X berichtete, dass seine Frau einen schweren Schlaganfall erlitten hatte und nun in der Reha-Klinik sei. Sie ist an den Rollstuhl gefesselt, das Sprachzentrum ist stark geschädigt. Er suche nun dringend eine Erdgeschosswohnung, da seine Frau in einigen Wochen nach Hause kommen würde. Er fragte ob ich ihm bei der Wohnungssuche und den diversen Antragsstellungen beim Jobcenter und der Krankenkasse helfen könnte. So begann unsere Zusammenarbeit mit intensiven Beratungsgesprächen bis heute.

Durch eine glückliche Fügung konnten wir eine Erdgeschosswohnung innerhalb der gültigen Mietobergrenzen finden, die Formalitäten mit den Ämtern regeln, durch die Hilfe des Pflegestützpunktes die Versorgung von Frau X, deren Pflegestufe usw. klären. Letztendlich erhielt Frau X durch die Weihnachtsaktion des Lions-Club einen gebrauchten elektrischen Rollstuhl, der sie etwas beweglicher machte.
Herr X kümmert sich sehr liebevoll um seine Frau, musste jedoch aufgrund der Pflegebedürftigkeit eine ihm in Aussicht gestellte Arbeitsstelle absagen.

Dieses Jahr startete die KASA ein Wohnprojekt für von Obdachlosigkeit bedrohte Frauen. Der Umzug in und die Einrichtung der Wohngemeinschaft liefen nicht reibungslos. Es war für meine Kolleginnen und mich ein großer Kraftakt. Da kam mir jedoch Herr X in den Sinn, von dem ich wusste, dass er gute handwerkliche Fähigkeiten hat und diese gern zur Verfügung stellt. Ich rief ihn an und er sagte sofort zu. Er besorgte mit mir das nötige Material im Baumarkt, installierte die Küche, schraubte und erledigte alle anstehenden handwerklichen Dinge mit großer Zuverlässigkeit. Alles in Rücksichtnahme auf den Betreuungsbedarf seiner Frau.

Als meine Kolleginnen und ich uns bei ihm bedankten, erhielten wir als Antwort, dies sei für ihn selbstverständlich gewesen, wir hätten ihm auch immer geholfen. Er ist froh, dass es uns gibt.
Dies sind die schönen Momente der KASA-Arbeit – beidseitige Unterstützung und Dank. Herr X ist ein Mann, den wir in Notlagen auch unbürokratisch durch unseren Hilfsfond unterstützen.“

Diese Erfahrungsbericht zeigt wie unmittelbar und vielschichtig die Hilfe der KASA ist. 

Die Unterstützung im Rahmen des Gemeindehilfsfonds können neben der Hilfe bei Behördengängen und Suche nach einer Wohnung auch den Kauf von z.B einem Herd, einem Bett oder Kleidung beinhalten. Es können aber auch einfach Fahrkarten für die Deutsche Bahn sein um wichtige Termine wahrnehmen zu können. Kinder und Jugendliche, die es sich sonst nicht leisten könnten, bekommen die
Möglichkeit der Teilhabe an u.a. den „Abenteuerwochen“ im MatZe und am Konfi-Camp. Aber auch die Zahlung einzelner Vesicherungsraten (z.B. die wichtige KFZ-Versicherung) helfen den Menschen in ihrem alltäglichen Leben weiter.

Wie die Hilfe genau aussieht wird im Gespräch zwischen den Hilfsbedüftigen und den Mitarbeitern der Kirchlichen Sozialen Arbeit geklärt.

Der Gemeindehilfsfonds unserer Kirchengemeinde hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Instrument armutsorientierter Gemeindediakonie entwickelt. Das enge, unbürokratische Zusammenspiel von Kirchlicher Allgemeiner Sozialen Arbeit (KASA) und Kirchengemeinde St. Martin ist modellhaft für die ganze Bayerische Landeskirche.

Nähere Informationen bekommen sie im Pfarramt St. Martin.